Und ein zweites Mal werden die Neuerscheinungen des Programmbereichs Politikwissenschaft 2020 Open Access


Die transcript Open Library-Community hat es wieder geschafft: Alle Neuerscheinungen des Programmbereichs Politikwissenschaft 2020 werden Open Access!

BIELEFELD. Das Open-Access-Modell des Bielefelder Wissenschaftsverlages transcript war erneut erfolgreich. Ein Netzwerk aus 47 Förderern finanziert zum zweiten Mal die Open-Access-Bereitstellung aller Neuerscheinungen aus dem Programmbereich Politik und trägt damit zur Verstetigung eines transparenten und wirtschaftlich tragbaren Open-Access-Publikationsmodells bei.

Wir danken den Förderern, die mit ihrem Beitrag dafür sorgen, dass die Politik-Frontlist im Open Access für alle Mitglieder des Wissenschaftsbetriebs zur Verfügung steht!

Durch die hohe Akzeptanz des Projekts und dank der Beteiligung des FID Politikwissenschaft in Höhe von 25% des Gesamtvolumens, betragen die tatsächlichen Kosten pro Einrichtung nur noch rund 76€ pro Publikation. Ein Freistellungsbetrag für Open Access, der im Rahmen dessen liegt, was für konventionelle eBooks als Lizenz gezahlt wird und der deutlich unter den durchschnittlichen üblichen Book Processing Charges für eine Einrichtung liegt. Um allen Open-Access-Unterstützer_innen eine Teilnahme zu ermöglichen, gibt es neben dem vollen Sponsoring zwei weitere Preisstufen: Das Sponsoring Light (38€ pro Publikation) und das neue Mikrosponsoring (13,64€ pro Publikation).

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Warum Wettbewerb bei APCs notwendig ist


Eine neue Fallstudie zeigt, dass Elsevier die APCs um mehr als 50% erhöhen könnte, um seinen Umsatz und Profitabilität in einer reinen Open-Access Publikationslandschaft zu erhalten.

Ein aktueller Beitrag von Sergio Copiello (publiziert in der Fachzeitschrift Publications) untersucht, wie Elsevier, stellvertretend für andere sehr große, kommerzielle Subskriptionsverlage, auf die Open-Access-Transformation mit der Anpassung seines Geschäftsmodells reagieren könnte.

Um Umsatz und Gewinn auf den Vorjahresniveaus zu halten, könnte Elsevier in einer Open-Acces-Welt seine Listen-APCs um etwa 50% von durchschnittlich 2.824 USD auf 4.173–4.482 USD (exkl. MwSt.) erhöhen. Dies würde dem Verlag weiterhin eine Umsatzrendite von etwa 37% sichern, wenn alle Autor_innen bzw. ihre affiliierten Einrichtungen die Open-Access-Option nutzen und somit das Abo für ScienceDirect wertlos werden würde. Dabei erzielt Elsevier zurzeit Renditen, die etwa doppelt bis dreifach so hoch sind wie die des Publikationsmarktes allgemein. Würde Elsevier also eine marktdurchschnittliche Rentabilität in Kauf nehmen bzw. durch die Etablierung von Wettbewerbsmechanismen im APC-Bereich nur eine marktdurchschnittliche Rentabilität erzielen können, so könnten sich die APCs auf durchschnittlich 3.066–3.308 USD einpendeln. Eine alternative verlagsseitige Strategie könnte es sein, den Umsatz durch eine Erhöhung der Akzeptanzquote eingereichter Manuskripte von derzeit ca. 27% auf etwa 45% zu sichern. Selbstverständlich könnte die aktuelle Rentabilität auch über die Senkung von Kosten erzielt werden.

Der Link zur Studie: Copiello, S. (2020). Business as Usual with Article Processing Charges in the Transition towards OA Publishing: A Case Study Based on Elsevier. Publications, 8(1). doi:10.3390/publications8010003

Zweiter DEAL abgeschlossen - Wissenschaftliche Publikationen aus Deutschland werden künftig Open Access bei Springer Nature publiziert


Das deutsche Projekt DEAL und der Verlag Springer Nature haben, ebenso wie Projekt DEAL und Wiley vor einem Jahr, eine zukunftsorientierte Partnerschaft zur Erprobung neuer Publikationsmodelle geschlossen, ganz im Sinne der Open-Access-Transformation und der Prinzipien der OA2020-Initiative.

Durch den Vertrag können Autor_innen der mehr als 700 teilnahmeberechtigten deutschen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ihre Manuskripte im Gold-Open-Access-Standard in Springer Nature Hybrid- oder reinen Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen. Im Rahmen der Vereinbarung werden jährlich weit über 13.000 Open-Access-Artikel von deutschen Forscher_innen erwartet. Damit ist der Vertrag aktuell der weltweit größte seiner Art. Bereits seit dem 1. Januar 2020 können Wissenschaftler_innen und Studierende aus Deutschland Open Access bei Springer Nature veröffentlichen und erhalten umfangreichen Lesezugriff auf die Zeitschriften-Inhalte des Verlags.

Der komplette Vertragstext wird parallel zum Start des Registrierungsprozesses für deutsche Einrichtungen Ende Januar 2020 auf der Projekt DEAL-Webseite zur Verfügung stehen.

Lesen Sie dazu auch die offiziellen Pressemitteilungen der HRK und von Springer Nature.

Das Engagement der Vielen - Ein Bericht über den Workshop bei den Open-Access-Tagen 2019 in Hannover


Mit kollektiven Ansätzen die nachhaltige Open-Access-Finanzierung gestalten

Für die Förderung von Open-Access-Publikationen haben sich Author/Article Processing Charges (APC) als Standard-Finanzierungsform von Open-Access-Zeitschriftenartikeln etabliert. Diese werden von immer mehr Förderinstitutionen unterstützt. Daneben etabliert sich die Förderung von Buch-Publikationen nach ähnlichem Schema mittels Book-Processing-Charges (BPC). Beides hat jedoch Grenzen, sowohl was die Auswahl und die Höhe der Finanzierung als auch die Mechanismen der Förderung angeht (welche Autor_innen/Einrichtungen zahlen, welche Marktverzerrungen entstehen, wenn Einzelpublikationen gefördert werden, welche Auswirkungen hat die APC-Dominanz auf die Vielfalt im Publikationsmarkt). Eine weitere Herausforderung für die Open-Access-Transformation besteht in den oft engen Grenzen und schwierigen Abstimmungsprozessen der bisherigen institutionellen, regionalen oder bestenfalls nationalen Finanzierungsmöglichkeiten.

Um diese und ähnliche Aspekte gemeinsam zu diskutieren, kamen bei den Open-Access-Tagen 2019 rund 40 Personen aus den Bereichen Hochschul- bzw. Universitätsbibliothek, Außeruniversitäre Forschungseinrichtung, Verlag, Buchhandel und Fachgesellschaften für einen Workshop mit dem Titel „Das Engagement der Vielen“ zusammen. Folgende konkrete Fragestellungen standen zur Diskussion:

  1. Welche kooperativen Ansätze werden als besonders vielversprechend angesehen und warum?
  2. Gibt es schon Erfahrungen bei der Beteiligung an kooperativen Finanzierungsansätzen? Falls ja, wie fallen diese aus? Und welche Risiken sind damit verbunden?
  3. Welche Rahmenbedingungen müssen bedacht werden, damit kooperative Ansätze erfolgreich sein können?

Nach einem einführenden Vortrag zu kollektiven Ansätzen des Open-Access-Publizierens, wurden die genannten Fragestellungen in Form eines Worldcafes mit den Teilnehmer_innen intensiv diskutiert.

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Save the date: ENABLE-Community-Building-Workshop


Workshop der ENABLE!-Community "Bibliotheken, Verlage und Autor*innen für Open Access in den Humanities und Social Sciences" am 28.01.2020

Bibliotheken sind mit kollektiven Strukturen zum gemeinsamen Erwerb von Inhalten in Form von Konsortien schon länger vertraut. Crowdfunding-Modelle zur Open-Access-Stellung von Publikationen sind für Bibliotheken (und Verlage) jedoch Neuland, da es in diesem Modell nicht nur um eine gemeinsame Finanzierung, sondern vor allem um das gemeinsame Ermöglichen von Open-Access-Publikationen geht. Damit werden Bibliotheken Teil einer Akteurskonstellation im Publikationsprozess, die auch Verlage, Autor*innen, Repositorien und den Buchhandel umfasst.

Von vielen Akteuren getragene Projekte schonen die Budgets der Einzelnen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Gelingens der Vorhaben. Für alle Beteiligten wirft diese neue Form der Zusammenarbeit aber auch viele Fragen auf. Das Spektrum reicht von Fragen des Budgets, über die Qualitätssicherung, die konkreten Formen sowie die Sichtbarkeit der Kooperation. Da derzeit noch tragende Modi und Institutionen sowie das Vertrauen in diese innovative Partnerschaft fehlen, gilt es, in einen Erfahrungsaustausch zu treten, in dem alle aufkommenden Fragen, aber auch neue Modelle und Angebote, Ideen und Kritik einen Rahmen finden. Ziel des Austausches ist es, für die Zukunft belastbare Modelle und Modi des miteinander Publizierens zu entwickeln.

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Was kommt nach den Transformationsverträgen?


Ein Vorschlag zur Etablierung von Ausschreibungs- und Wettbewerbsmechanismen im Rahmen von nationalen Open-Access-Zeitschriftenkonsortien

Die Open-Access-Transformation ist erklärtes Ziel der Coalition S und der OA2020-Initiative sowie der sie unterstützenden Institutionen. Um eine großflächige Open-Access-Transformation von Zeitschriften zu erreichen, sollen möglichst viele etablierte Subskriptionszeitschriften in den Open Access transformiert werden. Dies soll derzeit im Rahmen von Transformationsverträgen, wie sie bspw. vom DEAL-Projekt seit mehreren Jahren mit den drei großen internationalen Wissenschaftsverlagen (Elsevier, Springer Nature, Wiley) verhandelt werden, umgesetzt werden. Ausgestaltung und Konditionen solcher Verträge werden bilateral zwischen Verlag und Bibliothekskonsortien ausgehandelt und orientieren sich oft an den bisherigen Ausgaben der Bibliotheken für Subskription. Zusätzlich werden im DEAL-Wiley-Transformationsvertrag APCs für Publikationen in reinen Open-Access-Zeitschriften nach Listenpreis mit 20%-Rabatt übernommen, so wie es auch voraussichtlich im DEAL-Springer-Transformationsvertrag vereinbart werden wird.

Was aber kommt auf uns zu, wenn Transformationsverträge weltweit flächendeckend abgeschlossen werden, und dies zu einem nahezu vollständigen Flip von wissenschaftlichen Zeitschriften in den Open Access führt? Welche Akteure werden relevant sein, wie werden Verträge ausgestaltet sein, welche Preisfindungsmechanismen werden zum Tragen kommen, wie wird die Finanzierung des Open-Access-Publizierens organisiert sein – und letztendlich – wird es gelingen die Preissteigerungen der letzten Jahrzehnte im Subskriptionsbereich mit Open Access zu durchbrechen, oder werden wir uns in einer neuen Spirale ewig steigender Open-Access-Publikationsgebühren wiederfinden?

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Die Open-Access-Transformation schließt kleinere Verlage ein


Ein Kommentar zu der Diskussion um DEAL in der FAZ

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) fährt in der Diskussion um Open Access und das von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen geförderte Projekt DEAL starke Geschütze auf. Am 20.11.2019 veröffentlichte Thomas Thiel, Leiter des Ressorts Forschung und Lehre der FAZ, einen Beitrag unter dem Titel „Die HRK verkauft die Wissenschaft“.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz hat zu diesem Vorwurf in der FAZ vom 27.11.2019 Stellung genommen. Der „Nationale Open-Access-Kontaktpunk OA2020-DE“, der wie das DEAL-Projekt von den Partnerorganisationen der Allianz gefördert wird, unterstützt diese Stellungnahme.

Aus Sicht des Kontaktpunkts möchten wir insbesondere auf zwei Punkte im Text von Herrn Thiel eingehen:

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Open Access und Fachgesellschaften: 4. Open-Access-Transformationsworkshop des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkts in Göttingen


Wie können Fachgesellschaften die Open-Access-Transformation erfolgreich umsetzen?

Die zunehmende Digitalisierung verändert seit Mitte der 90er Jahre die gesamte wissenschaftliche Kommunikation. Spätestens seit 2003, dem Jahr der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, steht das Thema Open Access für alle sichtbar auf der Agenda. Mit Plan S hat sich noch einmal der Druck auf Verlage erhöht, ihre Geschäftsmodelle an sich veränderndes wissenschaftliches Kommunikationsverhalten und wissenschaftspolitische Forderungen nach Open Access und Open Sciene auszurichten. Dies betrifft auch Fachgesellschaften als Herausgeber von Fachzeitschriften und Schriftenreihen. Vor diesem Hintergrund lud der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE verschiedene Fachgesellschaften und Fachinformationsdienste am 04. und 05. November 2019 an die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen zum Transformationsworkshop ein. Inhaltliche Schwerpunkte waren Erfahrungsberichte von Fachgesellschaften, die ihre Zeitschriften schon im Open Access herausgeben und ggf. einen Transformationsprozess abgeschlossen haben, sowie verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung durch Forschungsförderer, Fachinformationsdienste (FID) und Bibliotheken (Agenda).

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Crowdfunding für Open-Access-eBook-Modelle endet am 30.11.2019


Letzte Chance für Bibliotheken disziplinspezifische Open-Access-eBook-Projekte zu unterstützen

Noch bis zum 30. November 2019 haben Bibliotheken die Möglichkeit, wissenschaftsfreundliche und disziplinspezifische Open-Access-Projekte in den Bereichen Erwachsenenbildung, Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie Politikwissenschaft finanziell zu unterstützen. Bis zu diesem Datum läuft noch das Crowdfunding bei den Verlagen wbv media und transcript.

Bei transcript geht die Open-Access-Stellung der politikwissenschaftlichen Frontlist schon zum zweiten Mal in die Finanzierung per bibliothekarische Crowd. Der Pilotversuch aus dem letzten Jahr konnte mit mehr als doppelt so vielen Teilnehmer_innen als benötigt positiv abgeschlossen werden und lässt darauf hoffen, dass auch in diesem Jahr wieder viele Bibliotheken die Chance nutzen, sich aktiv für die Ermöglichung von Open-Access-Publikationen einzusetzen.

Für wbv media ist es das erste Mal, dass sie ein solches Modell für ihre Disziplinen anbieten. Nach Abschluss der Crowdfunding-Periode werden - sofern sich genug interessierte Bibliotheken finden - 20 Titel aus dem Jahresprogramm 2020 der Bereiche Erwachsenenbildung sowie Berufs- und Wirtschaftspädagogik direkt im Open Access veröffentlicht.

Bei Fragen zu den Modellen oder bei Interesse zur Teilnahme wenden Sie sich bitte an Catherine Anderson von Knowledge Unlatched.

P.S. Im übrigen haben Sie auch noch bis zum 15.11.2019 Zeit, sich dem FID-Konsortium des FID „Jüdische Studien“, UB Frankfurt (2020) bzw. dem Nationalen Konsortium der SUB Göttingen (2020) in Kooperation mit dem DeGruyter-Verlag anzuschließen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

OA2020-DE veröffentlicht Forschungsbericht zum Mittelbedarf für Open Access


OA2020-DE veröffentlicht Transformationsrechnung zur Bestimmung des Mittelbedarfs für Open Access an ausgewählten deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen

Die Transformation subskriptionsbasierter, wissenschaftlicher Fachzeitschriften in den Open Access wird aller Voraussicht nach Änderungen in der finanziellen Belastung wissenschaftlicher Einrichtungen in Deutschland nach sich ziehen. APCs sind im Bereich der international sichtbaren und in einschlägigen bibliographischen Datenbanken indexierten Open-Access-Zeitschriften das derzeit dominierende Geschäftsmodell. Wenn sich dieses Geschäftsmodell durchsetzt, kommt es zu einer Umverteilung von Ausgaben für Fachzeitschriften. Um auf die Open-Access-Transformation adäquat im eigenen Hause zu reagieren und diese aktiv mitzugestalten, sind gesicherte Abschätzungen zu finanziellen Ent- bzw. Belastungen im Hinblick auf die zu erwartenden institutionellen APC-Gesamtausgaben der eigenen Einrichtungen nötig. An dieser Stelle setzt der vorliegende Bericht an.

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